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Burg Schlitz
 
11 km entfernt, ursprünglich als Wasserburg gebaut, deren von Osten in Karstorf 1785 von Hans v. Labes erworben, welcher preußischer Diplomat in Regensburg war (Vorbereitung des Reichdeputationshauptschluß von 1806), dort die Tochter Luise des Reichsgrafen Eustachius (oder Oistrach) von Schlitz kennenlernte und heiratete.
Es wird viel Denkwürdiges über ihn erzählt: So hätten vor seiner Ehe erst zwei Hindernisse ausgeräumt werden müssen
a) die Standesungleichheit (Mesalliance), indem von Labes vom Reichsgrafen adoptiert wurde und
b) das fehlende Schloß (1811-1825 erbaut), von dem der Schinkelschüler wenigstens Grundrisse vorlegen musste. Von Schinkel stammen die Entwürfe zu den Öfen im Ostflügel.
Dennoch wohnte das junge Paar im alten Gut Karstorf jahrelang im Schafstall. Hans von Schlitz brachte die Landwirtschaft in Schwung. Auch davon verstand er etwas, denn er war Freund von Thünens, in dessen Mecklenburgischer Landbaugesellschaft er mitarbeitete.
Schlitz legte den ca. 100 ha großen Park im englischen Stil an, wobei die Grenzen zwischen offener Landschaft und gestaltetem Parkraum unmerklich sind. Viele und seltene europäische Gehölze und Bäume sind gepflanzt; und immer wieder wird ein Winkel, eine Wegkreuzung, ein Ausblick durch ein Denkmal überhöht und spricht den genius loci, den Geist dieses Ortes aus. Ungefähr 40 Denkmale sind zu finden, darunter so eigenwillige wie für den eigenen Wanderstab, für zahlreiche Freundinnen und für Wellingtons Sieg über Napoleon. Graf Schlitz liegt neben der Kirche von Hohen Demzin begraben. Er hatte eine Tochter, und in deren Familie v. Bassewitz blieb das Schloss bis 1932.
Dann erwarb es Ernst Georg von Stauß (Mitglied im UFA-Aufsichtsrat und Siemens, wegen NS-Verbrechen verurteilt). Wehrmachts- und NSDAP-Besprechungen fanden hier statt.

Der berühmte Nymphenbrunnen von Walter Schott (1905) im Park, welcher ursprünglich im Innenhof eines jüdischen Zeitungsverlegers in Berlin stand, wurde vermutlich im enteignenden Zugriff durch den NS-Staat nach Burg Schlitz gebracht. Nach 1945 wurde es erst als Flüchtlingsquartier, später als Pflegeheim genutzt und für die Öffentlichkeit gesperrt. Burg Schlitz wurde durch die Jägermeister AG aufwändig saniert, gehört heute Matthias Stinnes (Ostmecklenburgische Eisenbahnen, Ostmecklenburgische Hotels) und hat ca. 40 Betten in sehr vornehmen Suiten, Konferenzräume und ein vorzügliches Restaurant und Café. Eine Führung durch den Park zum Röthelberg (alte Hudeeichen) kann nach Absprache durch uns verwirklicht werden.

Nymphenbrunnen auf Burg Schlitz
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