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Um 1750 war fast das gesamte Bauerndorf Rambow abgebrannt und anschließend wieder aufgebaut worden. Auch der Alte Pfarrhof ist ein Neubau aus diesen Jahren. Das Haus entstand damit entweder in der Amtszeit von Johann Meineke (Amtszeit: 1678-1727) oder seinen Nachfolgern Friedrich Heinrich Hacker (1733-1768). bzw. Enoch Friedrich Studemund (1771-1806).

Eine alte Karte von 1756, die auch im Flur unseres Hauses hängt, zeigt ein stattliches Bauerndorf, länger und breiter als heute.
Hier lebten Bauern, Schneider, Weber, Tischler, ein Müller, ein Schulmeister und Kantor, ein Gastwirt und ein Pastor mit ihren Frauen und zahlreichen Kindern - insgesamt etwa 100 Personen (heute 45). Der Gutshof war in Ulrichshusen. Ein Bauerndorf blieb es bis etwa 1870, als Moltzow Hauptgut wurde und Rambow zu Nebengut degradiert wurde. Anstelle der Bauernhöfe links und rechts der Kirche traten nun einige Tagelöhnerkaten, eine "Schnitterkaserne" für polnische Erntearbeiter und ein Restgut mit Stallung und Scheune - der heutige Ortsteil Rambow Hof. Die alteingesessenen Bauern wurden in Außenbezirke gesiedelt. Ihre Höfe sind noch als Ruinen zu finden, ebenso die Mühle.


Dorfkirche zu Rambow

Solange Rambow zu Ulrichshusen gehörte und der Patron der Kirche dort saß, hatte das Dorf Anteil am relativen Wohlstand des Landes Mecklenburg bis 1850. Das änderte sich, als 1842 Ulrichshusen an Basedow verkauft und das Patronat über Kirche und Pfarre an Moltzow überging.
Man kann Spuren dieser Zurücksetzung auch bau-geschichtlich erkennen: Aus dem stattlichen Pastorat von ca. 1755 und Pfarrhof wurde ein hinter Ställen versteckter "Kasten" mit Vorbau. Mehrfache Umbauten an Fenster und Dach (innen und außen) bis in die 1960er Jahre verunstalteten den großzügigen Bau. Anstelle der riesigen Pfarrscheune trat 1902 der Pferdestall an der Straße.

Auf dem Nachbargrundstück, welches wahrscheinlich erst 1945 abgetrennt wurde, stand ein Backofen.
Das Trinkwasser kam aus dem Hofbrunnen (1992 wiederhergestellt).

 

Im Hausinnern gab es zwei offene Feuerstellen mit Gewölbe (Schwibbogen) zum offenen Rauchabzug durchs Dach. Spätestens 1800 wurden Schornsteine und Kachelöfen eingebaut, denn die Kacheln sind aus dieser Zeit.

Auffällig sind die breiten Türen. Man konnte durch sie paarweise eintreten und die Eßtafel aufheben lassen, ohne sie abzuräumen. Viele Türen waren bemalt. Auf zwei Türen im Obergeschoß, einem wenig genutzten Raum, fanden wir beim Renovieren die originale, lebensfrohe Blumenbemalung, die noch auf ihre Restaurierung wartet. Überhaupt atmet das Haus eine ländliche Fröhlichkeit und das soll auch so bleiben.


Originale Türbemalung

Man betrat das Haus über die Diele (8x5m) mit Sandsteinboden oder Lehm, seit 1905 mit den Sechseckfliesen der Fa. Caesar gefliest.

Die Treppe war seit 1905 verkleidet und ist erst seit kurzem wieder voll sichtbar. Unter dieser Treppe war die Tür zur Küche (heute roter Schlafraum mit doppeltem Himmelbett). Der Fußboden war Backstein, also im Winter bei Nässe leicht angefroren. Hinter der Küche wohnte die Magd (heute ist dort Bad) und war die Speisekammer und ein Wirtschaftseingang (heute Kaminzimmer mit Treppe).

Die Haupträume, schon erkennbar an den breiten Dielen und den aufwendigeren Türen, lagen zum Hof, rechts und links vom Flur. Links wohnte später die Pächtersfamilie. Das Wohnzimmer hat eine Art Balkon zum Park. das Kinderzimmer mit niedriger Tür besaß einen Trockenklo-Anbau (heute nicht mehr vorhanden). Die Türen haben noch originale Türklinken und Schlösser.

Im Obergeschoss zog sich ein langer Gang von einem Giebel zum anderen, später wurde das heutige Menuhin-Zimmer abgeteilt.
Die neuen Holzglastüren wurden sorgfältig nach altem Muster ausgewählt, um einerseits abzugrenzen, andererseits aber auch den Gang in voller Länge nutzen zu können. Die alten Türen vom Gang her geben das ursprüngliche Flair. Die schrägen Kammern dienten nur der Lagerung von Korn.

Im Dachgeschoß befand sich nur eine Räucherkammer, deren alte Balken sandgestrahlt wieder aufgebaut wurden. Eine kleine Wohnung und der Seiminar- und Meditationsraum haben hier ihre absolute Abgeschiedenheit.


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